Ein geisterfülltes Wochenende für kürzlich ordinierte Geistliche

11.10.2024

Zwei Diakoninnen aus dem Süden von Ungarn hatten wohl am Freitag, dem 11. Oktober, die weiteste Anreise an den teilweise in Nebel gehüllten Attersee – 10 Stunden dauerte ihre Zugfahrt bis nach Linz. Eine weitere Diakonin reiste aus dem Norden Tschechiens an, alle anderen Diakoninnen, Diakone und Priester strömten aus ganz Österreich herbei.

Unter der Leitung von Apostel Matthias Pfützner und Priester Ralph Löwy begann das Seminar zur Einführung ins geistliche Amt am Samstag morgens mit einer Vorstellungsrunde – unter anderem über verschiedene Gottesbilder. Bereits dabei war die Atmosphäre geprägt von gegenseitigem Vertrauen, großer Offenheit, fühlbarer Zuneigung Liebe und innerer Freude.

Angefüllt mit interessanten Vorträgen, Diskussionen, Gruppenarbeiten zu den Themen Berufung und Sendung, Amtsverständnis, Liturgie, Bibelkunde, Seelsorge vergingen die Stunden wie im Flug. Natürlich durften zwischendurch auch Pausen nicht fehlen, in denen der persönliche Austausch fortgesetzt werden konnte. Die wunderbare Lage des Seminarhotels am Attersee bot zudem beste Gelegenheit, zwischendurch einfach die Seele im Sonnenschein baumeln zu lassen oder den Blick über die Weite des größten Binnensees Österreichs schweifen zu lassen.

Am Abend klang der Tag in fröhlicher Runde aus, wobei auch hier die Gelegenheit zur gegenseitigen Bestärkung und zum tiefgründigen Gespräch genutzt wurde. Da der Gottesdienst am Sonntag erst für 14 Uhr angesetzt war, konnte der Vormittag noch intensiv zum Lernen genutzt und die „Bibliothek auf zwei Beinen“ in Gestalt des Apostels in Anspruch genommen werden.

„Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben“ (Apg4,20) war die Grundlage der Predigt im abschließenden Gottesdienst. In der Auslegung und Anwendung dieses Bibeltextes durch Apostel Pfützner war der Heilige Geist spürbar wirksam. Er wies darauf hin, dass jedes wahrhaftige Zeugnis von Jesus einer persönlichen Begegnung entspringen muss - einer wirklichen Erfahrung von Liebe! Wir können uns nur dann Zeugen Jesu nennen, wenn wir ihn mit unseren eigenen Augen gesehen, unseren eigenen Ohren gehört und unseren eigenen Händen berührt haben. Und das beschreibt zugleich auch die Erfahrung dieses Wochenendes. Mehrere Diakoninnen ergänzten die Hauptpredigt und nutzen zugleich die Chance, die ihnen verliehene Vollmacht der Wortverkündigung in diesem vertraulichen Kreis teilweise erstmalig einzusetzen. Das Fazit: Wir wollen Zeugen Jesu sein!

Eingerahmt wurde das Wochenende von dem Bild einer Schale, das einst Bernhard von Clairvaux (1090-1153) prägte. Die Schale gibt erst dann etwas weiter, wenn sie von der Quelle gefüllt wurde. So sollen auch Geistliche die Verbindung zur sie ständig erfüllenden Quelle halten und nur aus der Fülle ausgießen, statt dem Wunsch nachzugeben, freigiebiger sein zu wollen als Gott selbst. Aus der Erfahrung Gottes können Geistliche himmlische Impulse weitergeben ohne selbst leer zu werden.

Aus vielen Richtungen waren sie gekommen – in viele Richtungen sind sie wieder gegangen. Doch im Herzen bleiben die Geistlichen miteinander verbunden, als Wegbegleiter, die gemeinsam ihrem Sender Jesus folgen.

 

Sylvia Muhr / Matthias Pfützner