Seit längerer Zeit schon hatten Chor und Orchester Lieblingslieder des ehemaligen Vorstehers geübt, für den Moment, wo dieser in den Ruhestand versetzt werden soll.
An diesem Mittwochabend kamen nun «Gemeindefamilie», Freunde und Gäste zusammen. Den Altar schmückten wunderschöne Rosen, das Orchester spielte berührende Melodien. Kurz – die Stimmung im Raum war sehr festlich.
Zur Einstimmung sang der Chor das Lied «Still und demutsvoll ergeben». Nachdem das Stück verklungen war, kehrte im Kirchenschiff eine erwartungsvolle Stille ein.
Als Grundlage für die Predigt diente das Wort aus Sprüche 22, Vers 4:
«Der Lohn der Demut und der Furcht des HERRN ist Reichtum, Ehre und Leben»
Das Chorlied «Bis hierher hat der Herr geholfen» mit dem Refrain «Herr, bleib bei uns…», diente dem Bischof als Einstieg.
Kernaussagen aus dem Gottesdienst
Der Bischof riet den Zuhörenden:
- Suche die Nähe Gottes
- Hast du Gott gefunden, hör auf zu suchen und komm zur Ruhe!
- Dann trage den Wunsch im Herzen: Herr, bleib bei mir.
Zum Bibelwort:
Einen Lohn wie Reichtum, Ehre und Leben, würde wohl niemand verschmähen, denn das ist zweifelsfrei erstrebenswert. Wir sind jedoch angehalten, demütig und gottesfürchtig zu sein.
Was sind Demut und Gottesfurcht? Die Grösse Gottes, seine unendliche Liebe und Güte zu erkennen. Gott steht über allem! Wir wollen Respekt und Ehrfurcht haben vor dem, was er geschaffen hat. Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten (Psalm 84).
Welcher Lohn wird uns in göttlichem Sinne? Reichtum ohne Wertschwankungen! Beispielsweise dürfen wir uns in jeder Situation getragen fühlen. Gottes Heilsplan und unser Verhältnis zu ihm geben Lebenssinn, schenken Mut und Kraft. Wir haben alle mehrere Begabungen und Fähigkeiten, die wir im Werke Gottes einbringen dürfen. Paulus spricht auch von überschwänglicher Freude. Welch grossartiger Reichtum!
Ehre und Leben? Wir haben die Ehre, mit Jesus an einem Tisch zu sitzen und die berechtigte Hoffnung auf ein ewiges Leben mit Gott. Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an (Psalm 73).
Letztes Dienen am Altar
Bevor Priester Daniel Lehner ein letztes Mal der Gemeinde diente, sang der Chor das Lied: «Habe deine Lust am Herrn, der wird dir geben was dein Herze wünschet. Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen».
«Das eben verklungene Lied, ist unser Trautext. Ich kann euch nur raten, dies so zu tun – es lohnt sich!» So äusserte sich der Priester. In seiner prägnanten Art zeigte er nochmals die Grösse Gottes auf und erklärte, sie sei die einzige Konstante im Leben. «Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über». So erlebten die Anwesenden den Priester in seinem Dienen. Er öffnete sein Herz und es sprudelte lauter Dankbarkeit hervor. 41 Jahre Amtstätigkeit sei kein Honiglecken, dennoch habe sie sich unter dem Strich mehr als gelohnt. Er habe in schwierigsten Lebenssituationen Gottvertrauen und Glaubensgelassenheit erleben dürfen, wertvolle Freundschaften im Brüderkreis und in der Gemeinde pflegen können, habe viel Unterstützung erlebt und sei reich geworden: «Ihr macht mich reich, liebe Geschwister»! Er bedankte sich bei allen herzlich, vorab bei seiner Ehefrau und der Familie. Die Gemeinde war sichtlich bewegt. Wohl selten lagen in einem Gottesdienst Lachen und Weinen so nahe beieinander. Der Priester schloss mit den Worten: «Bleibt einfach treu»!
Ruhesetzung
Der Gemeindevorsteher gab in seiner Würdigung den Herzensdank an den Priester zurück und zeigte Bewunderung für seinen unerschütterlichen Glauben und seine grosse Gebetskraft.
Nachdem der Chor das schöne Lied «Meine Seele ist stille zu Gott» vorgetragen hatte, setzte der Bischof unseren Priester mit herzlichem Dank und wertvollen Wünschen für die Zukunft in den Ruhestand. Sein Wirken während vieler Jahre als Seelsorger, Gemeindevorsteher und einige Jahre als Hirte hat deutliche Spuren hinterlassen.
Mit einem überzeugend vorgetragenen «Jauchzet dem Herrn» rundete der Chor den eindrücklichen Gottesdienst ab.