Hebräer 11,1 Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht
Ein Bibelwort zum Start, ein Gottesdienst – und dann plötzlich die Überraschung: Bezirksapostel Thomas Deubel übernimmt spontan den Gottesdienst. Ein Blick in die Gesichter der Gemeinde genügte: Die Happyness war ziemlich eindeutig.
Gott ruft uns heute Morgen, er ruft zu allen Menschen…völlig frei von irgendwelchen Kriterien. Unterschiedliche Charaktere, unterschiedliche Stärken, unterschiedliche Schwächen. Keine Casting-Auswahl, sondern eine bunte Mischung eben.
Unser Bezirksapostel erklärte: Dieses Wort aus dem Hebräerbrief ist die Definition des Glaubens. Ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Er machte es greifbar mit drei Beispielen.
1. Glaube heisst, dem Unsichtbaren mehr Gewicht zu geben als dem Sichtbaren
Jairus war Synagogenvorsteher. Angesehen und vermögend, eine Person mit Einfluss eben. Doch all das half ihm nichts, als seine zwölfjährige Tochter schwer krank im Sterben lag. Also ging er zu Jesus. Er bat ihn eindringlich, mitzukommen. Und dann? …Jesus liess sich aufhalten, er liess sich Zeit.
Während Jairus wartete, kam die Nachricht: Zu spät. Deine Tochter ist tot. Was bleibt, wenn plötzlich nichts mehr hilft? Ansehen? Geld? Einfluss? Bekanntheit? Nichts davon.
In diesem Moment sagte ihm Jesus etwas, das fast schon banal einfach klingt: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“
Dabei geht es um eine Frage, die eigentlich jeder kennt: Kann ich glauben, auch wenn ich gerade überhaupt nichts sehe? Glaube ist mehr als „Kopf hoch, das wird schon“
Begrenze deine Wirklichkeit nicht auf das, was du gerade sehen kannst.
Und ja: Zweifel gehören dazu. Wer zweifelt, hat nicht automatisch zu wenig Glauben. Zweifel können auftauchen, gerade dann, wenn das Leben Fragen stellt, auf die wir keine schnelle Antwort haben. Das gehört zum Menschsein. Dann sprich mit Gott darüber.
2. Fünf Brote, zwei Fische – dankbar sein für das was da ist!
Die Jünger dürften sich ungefähr so gefühlt haben:
- 5000 Menschen vor ihnen.
- Kaum Essen.
- Ihre Lösung: Leute nach Hause schicken.
Jesus hingegen fragt: „Was habt ihr?“
Die Antwort ist überschaubar: Fünf Brote. Zwei Fische. Nicht gerade die Ausgangslage für ein Catering mit 5000 Gästen.
Doch Jesus schaut auf das, was da ist. Er schaut zum Himmel und dankt dafür. Das Wunder nimmt seinen Lauf – Schritt für Schritt. Für die Jünger ein Lernprozess, an das Unsichtbare zu glauben.
Für uns ein guter Gedanke: Nicht immer zuerst fragen, was uns fehlt, sondern wahrnehmen, was bereits da ist. Und dafür Gott danken.
3. Das Unsichtbare ist trotzdem da
Wir sehen Jesus Christus und den Heiligen Geist nicht. Und trotzdem können beide mitten in unserem Leben wirken. Manchmal fühlt sich das allerdings ganz anders an.
Du liegst abends im Bett, eigentlich längst müde – und plötzlich läuft der Kopf auf Hochtouren. Eine Sorge kreist immer wieder. Ein Gedanke lässt dich nicht los. Wo ist Gott eigentlich? Warum tut er nichts?
Man könnte fast sagen: Wir rudern gedanklich genauso wild wie die Jünger damals im Boot.
Bis Jesus da ist. Und mit seiner Gegenwart legt sich die Angst.
Vertrauen bedeutet nicht, dass wir immer alles verstehen. Es bedeutet, dass wir nicht nur auf das schauen, was wir gerade sehen. Auch hier: das Unsichtbare wird plötzlich erlebbar. Jesus sieht dich und er betet für dich. Das wird erlebbar.
Danach wurde es italienisch
Nach so viel Glauben, Vertrauen und Unsichtbarem durfte der ganz weltliche Teil des Tages natürlich nicht fehlen – und der hatte ordentlich Geschmack. Da unsere Kirche aktuell renoviert und umgebaut wird, finden die Gottesdienste bis November im Centro Italiano statt. Was lag also näher, als auch das Gemeindefest ganz unter das Motto Italien zu stellen? Organisatorisch sowieso ein Volltreffer: Gottesdienst und Mittagessen am gleichen Ort – bequemer geht’s kaum.
Italien, das Land mit Garantie für gutes Essen!
Auf dem Menü: Spaghetti mit drei verschiedenen Saucen. Die waren so lecker, dass es durchaus etwas Überwindung kostete, langsam zu essen. Besonders dann, wenn man ein weisses Hemd trug und seine Kleidung nicht unbedingt als Tomatensauce-Experimentierfläche vorgesehen hatte.
Im Kahoot-Spiel konnte man beweisen, wie viel man tatsächlich über Italiens Geschichte und Geografie weiss. Und wer Action bevorzugte, trat im Spieleparcours an und stellte sein Können unter Beweis.
So wurde aus einem Gottesdienst über Glauben und Vertrauen ein rundum gelungenes Gemeindefest: mit überraschenden Momenten, guten Gedanken, viel Gemeinschaft – und einer ordentlichen Portion italienischer Leidenschaft.
Vielleicht bleibt am Ende genau dieser eine Gedanke hängen:
Wir sind oft blind. Wir sehen nicht alles. Aber wir müssen auch nicht alles sehen, um zu vertrauen.
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