Woche 28 / 2024

09.07.2024

Warum? Hin und wieder beschäftigt uns diese Frage.
Wir können etwas nicht einordnen, es ergibt keinen Sinn, ist komplett unverständlich… So erging es mir. Schon lange hatte ich mich auf die persönliche Begegnung mit den Glaubensgeschwistern in Cuba gefreut und für ein gutes Gelingen und viel Segen gebetet.

Nachdem noch zwei Wochen vor der geplanten Reise alles in bester Ordnung schien – der Bezirksapostelhelfer und ich hatten die Bewilligung erhalten, Gottesdienste durchzuführen, Besuche zu machen und Versammlungen abzuhalten – kam kurz darauf die ernüchternde Nachricht, dass alles anders ist: Keine Gottesdienste, keine Versammlungen, keine Besuche, keine Gespräche! Der Entscheid ist endgültig.

Bestimmt könnt ihr mitempfinden, was in einem solchen Moment durch die Seele zieht. Es braucht Zeit, bis mit Überzeugung gesagt werden kann: Gott weiss warum, ich vertraue ihm, er hat andere Gedanken.

Dieser Umstand hat Konsequenzen im Programm. Inzwischen sind jedoch alle Anpassungen erfolgt.

Am Mittwochabend kehrte ich noch einmal im Bezirk Zürich-Oberland ein und erlebte zusammen mit den Glaubensgeschwistern aller Gemeinden in Uster Gottesdienst. Was für eine Freude! Vor rund 23 Jahren wurde ich damals in der gleichen Gemeinde als Bezirksevangelist bestätigt. Inmitten der treuen Geschwister zu sein ist wie ein Jungbrunnen. Chor und Orchester bekräftigten mit ihren Beiträgen das Wort Gottes. Durch ihr Mitdienen trugen Apostel Reto Keller und Bischof Ruedi Fässler zur Freude im Herrn bei. Am Schluss wurden mir eine wunderschön gestaltete Dankeskarte mit den Unterschriften aus dem ganzen Bezirk und ein Präsent aus Freudwil überreicht. Letzteres in Anlehnung an alle überbrachte Freude in den vergangenen Jahren.

Wenn wir schon nicht reisen können, dann lassen wir wenigstens unsere Herzen in einer Videoaufnahme für unsere Geschwister in Cuba sprechen. Mit dem Bezirksapostelhelfer und mir wurde diese Aufnahme am Donnerstag erstellt, damit sie anschliessend noch rechtzeitig nach Cuba gelangte. Wie das hinter den Kulissen ausschaut, seht ihr auf dem Foto. Die Videobotschaft löste in den Gemeinden in Cuba viele Emotionen aus. Davon zeugen die Fotos und WhatsApp-Aufnahmen. Beten wirkt! Beten wir für Cuba!

Strömender Regen begleitet mich am Sonntagmorgen ins St. Galler Rheintal in die Region Werdenberg, genauer in die Stadt Buchs, wo der Bezirksapostelhelfer und ich zusammen mit der Gemeinde den Gottesdienst für die Entschlafenen erleben. Aus Artemisa – dem ursprünglich geplanten Gottesdienstort auf Cuba – wurde so Buchs SG. Oder anders gesagt: aus heissen 34 Grad Sonnenschein kühle 13 Grad Regen. Das Heilsgeschehen Gottes wird davon nicht beeinflusst.

Eine gut vorbereitete, erwartungsvolle Schar heisst uns willkommen. Wunderschön ist der Altar geschmückt mit weissen Blumen, ergänzt durch viele brennende Lichter. Das Erleben der Spendung aller sakramentalen Handlungen zu Gunsten der Verstorbenen ist für eine Gemeinde ein einmaliges Ereignis. Es sind Momente, die wir erleben aber nicht beschreiben können.

Chor und Orchester drücken in der Dimension der Musik aus, was wir fühlen. Abgeschlossen werden die Segenshandlungen durch das Lied aus der Chormappe «Näher, noch näher», vorgetragen auf der Violine und begleitet auf dem Piano.

An der Freude in der jenseitigen Welt dürfen wir teilhaben. Das macht sich im Schlusslied und bei der Verabschiedung besonders bemerkbar.

Gerne verweisen wir auf den Link: Ein Freudentag - Bezirk Graubünden (nak.ch)

Unaufhaltsam geht es weiter auf der Reise durch die Zeit! Unsere Zukunft ist bei Gott in seiner Herrlichkeit. Das ist unsere Gewissheit!