Woche 07 / 2024

13.02.2024

Wo verlor der burgundische Herzog Karl der Kühne den Mut? Keine Angst, es gibt keinen Geschichtstest. Aber als wir am vergangenen Donnerstag zum Gottesdienst nach Murten fuhren, kam mir in den Sinn, was ich vor Jahren in der Schule gelernt hatte: «In Grandson verlor er das Gut – in Murten den Mut und in Nancy das Blut».

Im Gegensatz zur geschichtlichen Gestalt sind wir mit Gott nie auf der Verliererseite, sondern dürfen aus Gnaden teilhaben an Jesu Sieg über Hölle und Tod.

Unsere schöne Gemeinde am Rande des deutsch- und französischsprachigen mittelalterlichen Städtchens Murten / Morat ist eine Reise wert. Zusammen mit den Geschwistern aus Neuenegg hatten sich die Brüder und Schwestern versammelt, um durch das Wort und die Gnade gestärkt zu werden.

Liebevoll war der Altar geschmückt worden und das Verlangen nach der Begegnung mit Gott war spürbar. Gestaunt habe ich über die Grösse von Orchester und Chor. Singen und Spielen zur Ehre Gottes begeistert.

Das Wiedersehen mit den Geschwistern ruft so manche Erinnerung wach. Als Jugendlicher und junger Familienvater durfte ich auch in diesen Gemeinden wirken, ob als Organist, Dienstleiter oder Mitdienender. Miteinander sind wir zwar älter geworden, aber der gemeinsame Glaube ist jung und stark geblieben. Der mich unter anderen begleitende Bischof Wihler diente mit.

Der Abschied fiel nicht leicht, aber die gut zweistündige Heimfahrt erinnerte daran, dass wir erst nach Mitternacht zu Hause ankommen.

Wenn diese Notizen fast etwas «kriegerisch» begonnen haben, werden sie jetzt ganz musikalisch fortgesetzt. Der Gottesdienst am Wochenende führt mich in die Mozartstadt Salzburg. Da im Zug für die ursprünglich für Samstag vorgesehene Reise keine freien Sitzplätze mehr verfügbar waren, musste die Anreise bereits für den Freitagnachmittag geplant werden. Dafür war ein Besuch beim Jubelpaar möglich. Bischof i.R. Josef Bleckenwegner und seine Gattin Hermine feiern an diesem Wochenende das goldene Hochzeitsjubiläum.

Der andauernde Föhnsturm bescherte uns frühlingshafte Temperaturen. Vogelgesang und erste Frühlingsboten in Form von blau strahlenden Leberblümchen unterstrichen diesen Eindruck.

Gegen Abend treffen am Samstag Apostel Pfützner und Bischof Jeram ein, so dass auch kurz Gemeinschaft mit ihnen möglich wurde. Der persönliche Austausch ist wichtig für das gemeinsame Wirken.

Am Sonntagmorgen war es etwas kühler und es regnete. Regen: ein Bild für Segen oder Anlass, sich über schlechtes Wetter auszulassen. Wir entscheiden, was wir darin erkennen.

Gott hat uns eingeladen, in seinem Haus mit ihm und untereinander in der sichtbaren und unsichtbaren Gemeinde Gemeinschaft zu haben. Wer da will, der komme! Was für ein grossartiges Geschenk! Viel wurde auf diesen Tag vorbereitet, damit ein Freudenfest für unsere Seelen möglich wurde. Auch hier habe ich die vielen Gotteskinder ohne Ausnahme ins Herz geschlossen. Das wird so bleiben. Die Freude über das Jubelpaar und ihren Festtag war spürbar.

Pfiat eich!